Eckis Kochstunde: Linsen & Spätzle

Es gab früher einmal eine Unterhaltung vom Äffle & Pferdle die in etwa so ging (in breitem schwäbisch):

Äffle: Du, sag amole, was isch groß?
Das Pferdle überlegt eine kurze Weile.
Pferdle: Ha, en Elefant!

Äffle: Und was isch no größer?
Das Pferdle grübelt wieder.
Pferdle: Ha, Schtuagerd (Stuttgart)!

apf2f

Äffle: Und was ischs Ällergröschte (Allergrößte)?
Pferdle antwortet ohne zu zögern mit strahlender Mine:
Pferdle: Linsa mit Spatze ond Saitawürschtle!

Und da auch ich ein großer Bewunderer dieser äußerst schmackhaften schwäbischen Speise bin, hab ich es mir heute gekocht. Zugleich ist dies der Auftakt zu einer neuen Rubrik, in der ich gelegentlich Rezepte aus der Region mit regionalen Zutaten vorstellen will.

Man benötig für 3-4 kräftige Esser:

  • ca. 200 g Linsen (auf gute Qualität achten!)
  • etwas Wurzelgemüse (Sellerie, Karotten)
  • 1 Zwiebel
  • 100 g gerauchter Bauchspeck
  • pro Person ein Paar Saitenwürstle
  • 1 Loberblatt
  • Salz & Pfeffer
  • Essig
  • Fleischbrühe (instant)
  • 500 g Eierspätzle (gern auch selbstgemachte)

Hier mal ein Bild der bereits vorbereiteten Zutaten:

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Als erstes setzt man die am Vortag eingeweichten Linsen (ich habe grüne Berglinsen aus kontrolliertem Anbau genommen) mit kaltem Wasser auf, sie brauchen ca. 30 - 40 Minuten. Man darf unter keinen Umständen jetzt schon Salz hinzugeben, sonst bleiben die Linsen hart! Auch sollten die Linsen nicht zu stark kochen, da sie dazu neigen, aufzuschäumen und eine nette Sauerei auf der Platte anrichten können.

In der Zwischenzeit wird das Gemüse fein gehackt und der Speck in Streifen geschnitten. Zehn Minuten bevor die Linsen gar sind, kommen dann auch Lorber, Sellerie und Karotten in den Kochtopf.

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Nach dem Ende der Garzeit werden die Linsen abgesiebt, das Kochwasser aber bitte aufbewahren. Nun erhitzt man Butter (-schmalz) im leeren Topf und dünstet erst die Zwiebelwürfel an und fügt dann etwas (abhängig von der Flüßigkeitsmenge) Mehl hinzu. Daraus sollte dann eine braune Mehlschwitze werden, wie hier im Bild zu sehen:

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Wenn es soweit ist, gibt man das Kochwasser der Linsen nach und nach hinzu, während man kräftig mit dem Schneebesen umrührt. Dann kommt der Speck dazu sowie die Linsen. Nun wird gesalzen und gepfeffert sowie je nach Gusto Essig hinzugefügt. Ich mag da ganz gerne recht viel.
Wer mag kann jetzt auch noch mit etwas Brühpulver abschmecken.

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In einem anderen Topf kochen auch schon die Spätzle (in meinem Fall keine selbstgemachten). Etwa 5-6 Minuten, bevor diese dann fertig sind, erwärmt man dann noch die Würstchen in den leicht simmernden Linsen. Kochen die zu stark oder gibt man die Würste zu früh hinzu, geht es euch wie mir und sie platzen.

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Sodele, fertig! Rasch alles auf den Teller, mit frischer Petersilie bestreuen und fertig ist ein schwäbischer Klassiker, für den Esau nicht nur sein Erstgeborenenrecht, sondern auch gleich Weib und Hof verkauft hätte.

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Nen Guten Hunger und viel Spaß beim nachkochen. Berichtet mir doch, wie es gemundet hat.

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3 Kommentare zu “Eckis Kochstunde: Linsen & Spätzle”


  1. 1 Rainer

    WOW! Mein absolutes Lieblingsgericht! Klar, bin jau auch seit über 40 Jahren Schwabe :-) Aber die allerbesten Linsen und Spätzle kocht meine alte Frau (also Ex), und da bin ich nächste Woche sogar eingeladen, mmmhhh…

  2. 2 Ecki

    Bekocht zu werden ist eh immer das Schönste! Naja, zumindest solange mit Liebe und Hingabe gekocht wird.
    Ich finde, dass man das auch in der Wirtschaft (für Neudeutsche: Restaurant ;) )schmeckt, ob ein Koch liebevoll kocht oder halt seine Arbeit macht, weil sie getan werden muss.

    Ach Mist, jetzt bekomm ich doch glatt Hunger. Und das nachts um kurz vor Ein Uhr. :-D

  1. 1 “Alb Leisa” - Linsen von der schwäbischen Alb at Der Eckpfeiler
    Pingback am 6. Apr 2008 um 20:10

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