Nichtraucher

2007
05.06

Diesen Monat begehe ich sowas wie ein Jubiläum: Ich rauche seit Mai 2005 nicht mehr.

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Zuvor war Rauchen eine Art Lebensgefühl für mich. Zum Kaffee, zum Bier, nach dem Essen; überall gehörte die obligatorische selbst gedrehte Zigarette dazu. Ich dachte nie darüber nach, mir das Rauchen abzugewöhnen. Die Zigarette war selbstverständlich und alltäglich und ich fühlte mich auch nicht schlecht. Ok, ich habe damals schon recht heftig gehustet, morgens, vor der Ersten.

Zwei Packungen Drum waren es, die ich in der Woche weggedampft habe. Ab und zu auch drei oder mal etwas anderes, wie der in Whiskey getränkte Buccaneer. Der roch sogar relativ gut und zugegeben, ich rieche ihn noch heute gern. Angefangen hab ich im zarten Alter von 15 Jahren, wo mich dieses seltsame Ritual der Pausenhof-Raucher ehrlich faszinierte. Marlboro Menthol Light hies bei mir die Einstiegssorte, dann kamen irgendwann die ganz krassen Pall Mall ohne Filter. Irgendwann habe ich dann das Lager gewechselt und Zigaretten drehen gelernt. Dann kamen (der Gesundheit zu liebe) Kohlefilter vor die Zigaretten und später, als der Tabak teurer wurde, Slim Filter. Doch dann hatte ich keine Lust mehr, mich selber zum Deppen zu machen und dafür auch noch gut was zu bezahlen. Seltsamer Weise gelang es mir, von einem auf den anderen Tag aufzuhören. Ok, ich knabberte ein paar Packungen Salzstängel in den ersten Wochen und wurde sogar einmal rückfällig (eine halbe Schachtel habe ich über 4 Tage geraucht), aber das war es eigentlich.

Wenn ich jetzt ein Fazit ziehen sollte, bin ich mir nicht so ganz sicher. Hier ein paar Dinge, die sich seither für mich geändert haben.

Besser riechen und besser riechen können. Man stinkt nicht ständig nach Rauch, was durchaus angenehm ist. Auch der eigene Geruchssinn ist wieder sensibler. Das Essen schmeckt besser und facettenreicher.

Geld. Unverschämt, so viel Geld dafür zu verlangen, dass man sich eigentlich etwas gar nicht Gutes reinpfeift. Bilderrahmen und Poster an den Wänden hinterlassen hässlichste unvergilbte Stellen in einer Wohnung, so dass beim Umräumen von Möbeln gleich neu gestrichen werden muss.

Gesundheit. Hatschi. Da bin ich mir noch nicht so sicher. Mein persönliches Risiko, an Lungenkrebs zu sterben, hat sich bestimmt enorm verringert, so rein statistisch. Dafür esse ich mehr, vor allem auch gern mal Süßes (früher nie!). Ein paar Kilo mehr sind es schon geworden.
Außerdem habe ich jetzt Heuschnupfen und huste um so mehr, wenn jemand in meiner Umgebung raucht. Abende in Kneipen sind teilweise echt eine Tortur, am nächsten Tag habe ich unabhängig von meinem Alkoholkonsum einen Brummschädel, au weia! sag ich da nur.

Der Coolness-Faktor. Den gibt es leider immer noch. Nichtraucher werden in vielen Fällen wie Allergiker behandelt. “Oh je, tut mir aber leid, dass ich dir jetzt den Rauch ins Gesicht geblasen habe!” Fuck you! Nichtrauchen ist keine Krankheit, sondern sollte eigentlich der Normalzustand sein. Auch in Kneipen.

Naja, genug gemotzt. Ändern kann man durch die eigene ablehnende Haltung eh nix, eher im Gegenteil. Anstatt Vernunft zu zeigen, wird da eher das kindliche Trotzverhalten aktiviert. Schade, wo doch die Leute sich sonst so gerne selbstbewußt und selbstbestimmt geben. Diese Schwäche wird wohl noch über Jahre gesellschaftlich akzeptiert und vor allem anerkannt bleiben. Zum Leidwesen der Raucher und Nichtraucher.

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5 Responses to “Nichtraucher”

  1. Haschke sagt:

    n1 ECKI!!!
    bin stolz auf dich :)

  2. pEtEr sagt:

    Hey Respect!
    Bei mir sind es nun (fast) anderthalb rauchfreie Jahre! Neben den von dir aufgezählten positiven Eigenschaften kommt noch “mehr schmecken” und “besser/gesünder Aussehen” hinzu. ;)

  3. Stephan sagt:

    Glückwunsch! Du hast aber noch die Fitness vergessen ;-)

    Bei mir sinds 651 Tage (Start war der 25.7.05) und ich hab Berge bestiegen, die ich vorher nie hochgekommen wäre *strike*

    Und Radtouren durch Schönbuch etc. klappen auch ohne Flüche :-)

  4. dani sagt:

    Auch von mir ein Glückwunsch. Ich hoff’ das klingt jetzt nicht alzu heuchlerisch…rauch ja selber recht viel.
    Aber warum sollte ich mich nicht bei jemanden entschuldigen, dem ich Rauch ins Gesicht gepustet hab? In der Regel achtet man ja schon drauf, dass das nicht passiert (egal ob Nichtraucher oder Raucher).

    Außerdem glaub ich, dass dir diese Dinge nur die Nichtraucher-Lobby eingeredet hat!

  5. Nichtraucher sagt:

    [...] Original post by Der Eckpfeiler [...]

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