
Ralf hat schon recht, wenn er meint, dass eigentlich ein viel größerer Aufschrei durch die Blogosphäre gehen müsste, weil Nokia sein Werk in Bochum schließt. Dieses Werk wirft immerhin Gewinne ab, einzig die Gier nach mehr Gewinn lässt rein am Profit orientierte Manager das Werk gen Osten umziehen.
Dort, genauer in Rumänien, wurden scheinbar 30 Millionen € in ein Industriegebiet gepumpt, das speziell für Nokia ausgelegt ist. Wenn allerdings die Vorteile dort auch aufgebraucht sind und nichts mehr an Subventionen zu holen ist, zieht Nokia bestimmt weiter nach Osten und die Angestellten dort stehen genauso auf der Straße wie unsere hier und heute.
Gab es das gleiche nicht schon etliche Male? Ich denke da an Infineon, BenQ, Opel oder auch hier im lokalen, Hugo Boss.
Ok, sollen die Firmen hinziehen, wo sie wollen. Moralisch in Ordnung ist das nicht, aber daran hindern sollte/kann man sie auch nicht. Aber wie kann unser Staat so kurzsichtig sein und Zusagen für Fördergelder und Standortvorteile ohne längerfristige Bedingungen verteilen? Mit all dem Geld, dass auf diese Weise im Nimbus der Wirtschaftselite verschwindet, liese sich doch bestimmt über ein bedingungsloses Grundeinkommen nachdenken.
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Ich finde es aufregenswerter, wie sich plötzlich einzelne aus der Polit-Clique zum Arbeiterführer aufschwingen, die sonst täglich die freie Marktwirtschaft & Globalisierung predigen. Wenn soziale Verantwortung kein Unternehmenswert mehr ist, haben genau diese das zu verantworten. Abgesehen davon ist ein Handy vielleicht ein High-Tech Gerät, aber in der Produktion nicht kompliziert zusammenzubauen. Handarbeit eben, die von ungelernten Arbeitskräften erledigt wird. In Rumänien bestimmt billiger zu haben, da gelten wohl auch nicht so strenge Auflagen zum Umweltschutz oder Sozialversicherung u.a. Langfristig gesehen ist die Entscheidung des Konzerns doch verständlich und schließlich wollen doch alle auch billige Handys haben. Man kann die Moral auspacken und das alles kritisieren, aber dann bitte nicht dabei belassen.
[...] Zum Thema Subvention steuert Johnny Häussler im Spreeblick eigene Erfahrungen bei, während Ecki für solche Fördergelder eine überraschend andere Verwendung [...]
Hätte ich ein Nokia-Handy würde ich es jetzt wegwerfen. Ich kann aber leicht reden, habe nämlich keins. Kaufen werde ich aber sicherlich auch keines mehr.
Nachdem wir die Firma Nokia jetzt schon mit unseren Steuergeldern ausreichend unterstützt haben, können wir den Konsum der Produkte wohl komplett einstellen.
Auf politische Konsequenzen (z.B. Rückforderung von Fördermitteln) zu hoffen, wir wohl vergeblich sein. Da bleibt halt nur die Stimme des Konsumenten. Und das haben wir ja in der Hand (oder eben zukünftig eben nicht mehr…)
Ach nee, das eigene Handy wegwerfen, nur weil es ein Nokia-Handy ist, bringt doch nichts. Letztlich sind doch für diese Misere die von uns gewählten Politiker verantwortlich. Und gebaut wurde das Handy ja schließlich (zumindest teilweise) auch von den Arbeitern in Bochum. Und auch der Service kann ja nicht plötzlich nach Rumänien verlagert werden, schließlich muss man sich ja noch verstehen.
Klar, unsere Politiker tun so, als ob sie empört wären, das gehört zum politischen Tagesgeschäft dazu. Mehr werden sie aber auch nicht tun können. Vor allem werden sie auch in Zukunft nicht mehr tun, schließlich wartet die Wirtschaft geradezu auf ehemalige Politiker.
that´s capitalism …
…und die Geschichte lehrt uns,dass Jene,die,wie Ecki schreibt,gen Osten ziehen wollen,manchmal schneller wieder zurück in Berlin (Bochum) sind als sie gedacht hätten…