Heute gibt es wieder einmal ein schwäbisches Gericht. Gaisburger Marsch oder Kartoffelschnitz und Spatzen, wie wir Nicht-Stuttgarter dazu sagen, ist ein deftiger Eintopf. Er besteht aus Kartoffeln, Spätzle, Siedfleisch und Brühe sowie Röstzwiebeln, die dem Gericht den unnachahmlichen Geschmack sowie die goldbraune Farbe verleihen.
Wie das Gericht zu seinem Namen gekommen ist, wird auf Peter Mangolds grandioser schwäbischen Website folgendermaßen erklärt:
Im Stadtteil Gaisburg lag früher das Wirtshaus ‘Bäcka-Schmiede’, das die bevorzugte Lokalität vieler Offiziersanwärter war. Besonders beliebt war der kräftige und schmackhafte Eintopf aus Fleischbrühe, Rindfleisch, Spätzle und Kartoffelschnitz. Um in den Genuss dieses deftigen Essens zu kommen, marschierten die Offiziersanwärter gemeinsam zum Essen ins Wirtshaus und diesem Fußweg verdankt das Gericht den Namen Gaisburger Marsch.
Um diesen schwäbischen Klassiker, der auch meine Leibspeise ist nachzukochen brauchst du folgendes:
– 500g Rindfleisch (Suppenfleisch, von der hohen Rippe wirds besonders mürbe)
- 500g Markknochen
- 1 Bund Suppengrün (Sellerie, Lauch, Gelbe Rüben (Karotten), Peterle)
- ca. 2 1/2 Liter Wasser
- 1 Lobeerblatt
- 1 ungeschälte Zwiebel, halbiert und an den Schnittflächen gut gebräunt
- Salz & Pfeffer
– 500g Kartoffeln (in “Schnitze” geschnitten”)
- 250g selbst geschabte Spätzle (oder wenn man, wie ich, eher faul ist: 150g – 200g Fabrikspätzle)
- 1 große Zwiebel
Ok, alles parat? Dann lass uns loslegen.
Hast du einen Schnellkochtopf, dann pack da alles Fleischige (Knochen, Fleisch, Suppengrün usw.) hinein. Die Garzeit beträgt dann etwa 25 Minuten. Solltest du einen normalen Topf benutzen, beträgt die Kochzeit etwa 60-90 Minuten, je nach Fleischstück (ask your butcher!).
In der Zwischenzeit kannst du die Kartoffeln schälen und zu Spalten schneiden. In Salzwasser gekocht brauchen sie dann etwa 10-13 Minuten (je nach Größe deiner Kartoffelspalten), um gar zu werden. Das Salzwasser muss gut salzig sein, wie auch beim Nudeln/Pasta kochen, denn wenn zu wenig Salz im Wasser ist, laugt das Kochgut aus (Osmose!).
Wenn du deine Spätzle selber machen willst, habe ich dir kein eigenes Rezept. Jedoch hat Rike vom Genial Lecker Kochblog ein genial leckeres Spätzle-Rezept.
Auch hier gilt: Das Kochwasser muss gut gesalzen sein!
Nebenher bräunst du eine in Ringe oder Halbringe geschnittene Zwiebel in Butter schön braun an. Am besten bei nicht zu hoher Temperatur, sonst wird sie schwarz und damit bitter.
Eigentlich hast du damit alles fertig. Das Fleisch musst du noch in ca. 2cm große Würfel schneiden und die nochmal abgeschmeckte Brühe in einen Topf oder eine Suppenschüssel abgießen. Da kommen dann die Spätzle, die Kartoffelschnitze und das gekochte Siedfleisch hinein. Vor dem Servieren verteilst du die Röstzwiebeln und etwas fein gehackten Peterle darüber.
Wenn dann alle genüßlich futtern, denk an das alte schwäbische Sprichwort: “Ned gschompfa isch scho globt.” (Nicht geschimpft ist schon gelobt.)
Und immer daran denken: Gaisburger Marsch ist das Leibgericht des derzeitigen Bundespräsidenten Horst Köhler.
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5. Februar 2008 um 11:09 Uhr
Kartoffelschnitz und Spätzle! Mir läuft das Wasser im Mund zusammen. Mist, jetzt habe ich in die Tastatur getriiiiiii