Vor rund 60 Jahren gab es sie noch zu Hauf: Bauern, die auf der schwäbischen Alb Linsen anbauten. In Grafenberg, dem Dörfle neben meiner hässlichen Trabantensiedlung, feiern die Einwohnern noch immer oder wieder jährlich ihr Linsenfest, denn ein Großteil der Grafenberger Männer soll noch Anfang des 20ten Jahrhunderts Vertreter in Sachen Linsen gewesen sein.
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Die Linse ist allerdings ein eigentümliches Gewächs, das am liebsten steinig wächst und daher mühsam anzupflanzen und vor allem zu ernten und sortieren ist. Dabei strotzen Linsen geradezu von Eiweiß und gehören deshalb zu einer gesunden und wohlschmeckenden Ernährung einfach dazu.
Auf der Alb haben nun nach langer linsenfreier Zeit wieder ein paar mutige Bauern die Linse angebaut. 1985 machte der Bioland-Hof Mammel den Anfang, mittlerweile haben sich 12 Bauern zu einer Erzeugergemeinschaft zusammen geschlossen. Ein großes Highlight in der Wiedereinführung hier in der Region stellte die Entdeckung von original Alblinsen-Saatgut in St. Petersburg in Russland dar. Bis aus diesen archivierten Proben aber wieder genügend Saatgut zur Aussaat gewonnen werden kann, wird es wohl noch einige Zeit dauern.
Durch ihren sehr guten Geschmack hat es die Alblinse geschafft, als Passagier in die sogenannte “Arche des Geschmacks” der Slow Food-Bewegung aufgenommen zu werden. Erhältlich ist die Alblinse hier in der Region in ausgesuchten Bio- und Hofläden. Eine Liste aller Verkaufsstellen weltweit gibt es hier.
Ein Rezept zum schwäbischen Nationalgericht Linsen & Spätzle gibt es hier.
- Ausbeute
- Linsen 2
- Linsen ungekocht
- Linsen 1
- “Falsche” Linse
- Alblinsen in ihrer Verpackung
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