Fairie Tales (2)

Wie ich Jens versprochen habe, geht es heute weiter mit der Geschichte um das kleine Elbendorf Od´Whair. Den ersten Teil gab es hier zu lesen, passende Musik gibt es hier und weiter geht es nach dem Klick.

Gwoeron wurde es scheinbar nie müde zuzuschauen, wie die Menschen und Halblinge seines Dorfes während ihrer kurzen Lebensspanne zu erreichen versuchten, wozu einer des alten Volkes Jahrhunderte, wenn nicht gar mehr brauchte. Immer wieder war er freudig erstaunt wenn es einer oder einem von ihnen durch schlaues Handeln und geschicktes Nutzen seiner Fähigkeiten gelang, sich aus dem Schatten seiner gar zu offensichtlichen Sterblichkeit zu erheben, sei es durch gekonntes Vermehren seiner weltlichen Güter oder durch erfolgreiches Streben nach den von Elara gegebenen Weisheiten der Magie oder der Philosophie.
Doch in diesen kalten Herbsttagen war ihm die eigene Sterblichkeit auf eine traurige Art wieder bewußt geworden. Vor nicht ganz einer Woche starb seine geliebte Frau Aniowiel lange vor ihrer Zeit. Er dachte an die Wochen voller Qualen, die hinter ihm und der ganzen Familie lagen.

Alles begann vor fünf Wochen. Die Sonne erbarmte sich noch einige Tage und ließ die Bauern der Umgebung ihre Ernte einholen und gab den Fischern Gelegenheit, ihre Netze vor dem herannahenden Winter noch einmal gründlich zu trocknen. Am letzten Abend des Oldra-Mondes veranstalteten die Bauern und Fischer wie jedes Jahr ein Fest zu Ehren der Göttin des Lebens und der Fruchtbarkeit. Die Weingärtner baten indes um noch einige Tage Sonne mehr, auf dass die Reben noch süßer wurden.
Das ganze Dorf hatte sich versammelt und es wurde an allen Bänken und Tischen reichlich Wein ausgeschenkt und vortrefflich gespeist. Ein leichter Seewind kühlte die vom Wein erhitzten Köpfe der Dorfbewohner und die Klänge von Lauten und Harfen ertönten durch das ganze Dorf. Selbst einige Gaukler aus entfernten Orten hatten den Weg nach Od´Waihr gefunden, denn es sprach sich herum, dass bei diesem Fest die Goldmünzen locker saßen. Die Priesterin Siranis erteilte an diesem Abend vielen jungen Verliebten ihren Segen und auch der Graf ließ sich wie jedes Jahr nicht Lumpen und der Ochse, den er spendiert hatte, drehte sich knusprig gebraten an einem langen Spieß neben dem großen Feuer.

Von seinem erhöhten Platz auf dem Podest neben dem eigentlichen Festplatz schweifte sein Blick immer wieder über die Menschen, Halblinge und Elfen, die sich an den Tischen versammelt hatten. Bei ihm saß seine ganze Familie: Aniowiel, seine geliebte Frau, die er vor nun mehr über 2000 Jahren geheiratet hatte und die ihm immer noch so schön vorkam wie damals. Neben ihr saß das Nesthäkchen Cuderlia, das jüngste Kind und die einzige Tochter Gwoerons und Aniowiels. Cuderlia war ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten und ihr ein und alles.

Weiter geht es dann wieder am Donnerstag. Wem das Lied von Estampie gefallen hat, sollte auf deren Website schauen. Dort gibt es mehr zum runterladen.

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1 Kommentar zu “Fairie Tales (2)”


  1. 1 Jens

    ein Meisterstück, bin gespannt auf Donnerstag:)

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