Monthly Archive for Mai 2008

LOLcats Graffiti

LOLcats kennt eigentlich jeder, der gelegentlich Blogs liest, in Foren postet oder vermeintlich lustige Emails von entfernten Bekannten bekommt. Diese Art Katzencontent, mit Untertiteln aus der LEET-Sprache oder zumindest sehr rudimentärem Englisch versehen, greift um sich wie die Pest.

Wenn diese LOLcats aber auf einmal Teil unserer realen Umgebung werden, finde ich sie doch ganz cool. So geschehen neulich in San Francisco, wo der Streetart-Künstler Josh Zubkoff mit ein paar Freunden die wohl größte LOLcat der Welt erschaffen und damit einen tristen Hinterhof in ein Kunstwerk verwandelt hat.

Invisible Bike

Vorbild war ein Bild auf der bekanntesten LOLcat-Seite überhaupt, icanhascheezburger.com.

Fairie Tales (1)

Vor ein paar Jahren war ich begeisterter Spieler eines Online-Rollenspiels namens Illarion. Ich habe dort einen Elfen namens Cuderon gespielt und zu diesem Charakter eine Geschichte erfunden, die ich hier veröffentlichen will.

Es war ein unruhiger Nachmittag, die Bäume vor dem Marktplatz wiegten sich im ungestümen Wind. Rote und braune Blätter wirbelten noch verspielter als sonst die Kinder durch die engen, ungepflasterten Gassen Od´Waihrs und verfingen sich in ihrem tollem Spiel in den geschlossenen Läden der Fenster der reicheren Bürgern.

Langsam, vom steten Auf und Ab des Windes verschont, bahnt sich ein einzelnes grünes Blatt den Weg zur einzigen Schenke der winzigen Stadt, wo es einen Weg durch die Spalte unter der verzierten und mit Eisen beschlagene Tür findet und liegen bleibt.

Am einzigen zu dieser frühen Stunde besetzten Tisch sitzen fünf Elben und unterhalten sich mit ruhiger Stimme. Der sichtbar Älteste von ihnen, gekleidet in edlem Tuch, doch nicht mehr ganz auf dem neuesten Stand der Mode, schaut gramerfüllt auf die anderen vier, deren Kleidung ebenso von ihrem hohen Stand zeugt. Nicht einer von ihnen ist in der Stimmung, wie sonst üblich, eine alte Weise zu Erbauung der anderen anzustimmen und auch die sonst anwesenden Spielleute sind um diese Zeit noch nicht eingetroffen. Mit einem Wink bedeutet der Älteste der Schankmaid, noch einen Krug des lieblichen Weines zu bringen, der so vortrefflich in den landeinwärts gelegenen Hügeln des Dorfes gedeiht.

„Den könnt ihr jetzt sicher brauchen, meine Söhne. Und auch ihr, Kaaedan, möchtet bestimmt nicht nur eure Feder befeuchten.”

Kaaedan war der Schreiber und Vogt der Familie, der geduldig seit etlichen Jahrhunderten darauf wartete, dass letztlich einmal wieder etwas in der nunmehr 400-jährigen Geschichte des Grafen von Od´Waihrs geschah. Das Leben in diesem verschlafenem Dorf war nicht gerade das, was der Schreiber als bemerkenswert betrachtete und er hatte viel Zeit, sich anderen Dingen zu widmen. Meist musste er sich mit kurzweiligen Geschichten wie Pachtverträge an irgendwelchen kurzlebigen Halblingen und Menschen abgeben, was ihm gar sehr zum Greul wurde. Diese unüberlegten und kurzsichtigen Wesen bedeuteten immer wieder Ärger in der Geschichte Od´Waihrs und doch hatte sie sein Herr, Graf Gwoeron von Od´Waihr, in sein Herz geschlossen.

Weiter geht es nächsten Donnerstag - wenn ihr wollt.

Weg-GEZ-zockt

Ein paar vernünftige, eigenproduzierte Sendungen gibt es im öffentlich rechtlichen Fernsehen ja noch. Ich denke da an “Neues” mit der bezaubernden Yve Fehring auf 3sat, “c’t TV” mit Schnurer und Münch, das “Nachtstudio” mit Volker Panzer, “Monitor” mit Sonia Mikich und “Panorama” mit Anja Reschke.

Und eben Polylux, das satirisch-aktuelle-non-plus-ultra Szenemagazin. Das jetzt gestrichen werden soll, weil der RBB scheinbar nicht genug Geld dafür hat. Haha.

Zum kotzen. Obwohl, ohne ÖR-Beschränkungen kann Polylux nur besser werden. Wir werden sehen.

Nulltoleranz und Sauberkeitwahn

Die zweiwöchentlich erscheinende Zeitschrift “Der Schweizerische Beobachter” hat in ihrer aktuellen Ausgabe ein interessantes Interview mit dem Ethnologen und Psychoanalytiker Mario Erdheim. In diesem Interview erläutert Erdheim, dass der um sich greifende Sauberkeitswahn, ähnlich dem abstrusen Sicherheitswahn seit dem 11. September 2001, eine Art Problemverschiebung sei.

Der Sauberkeitswahn lenkt die Aufmerksamkeit auf etwas Machbares. Das beruhigt und gibt einem die Sicherheit zurück. Saubere Strassen, saubere Städte - das ist machbar für uns. Hingegen gerechtere und sicherere Verhältnisse schaffen - das ist sehr viel schwieriger.

In Zeiten, in denen der einzelne Bürger mehr und mehr vom Abbau des sozialen Sicherungssystems bedroht ist und alles anscheinend den Gesetzen des Marktes gehorchen muss, sei es zum Ablenken von den realen Problemen nötig und leichter, einen letzten gemeinsam Nenner für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft zu suchen. Da man gegen die Eliten bzw. die eigentlichen Probleme unserer Zeit nicht ankommt, trifft diese Verschiebung eben Grafitti-Sprayer, Kippenwegschnipser oder ähnliche, zumeist jugendliche Gesellschaftsgruppen.

Heute heißt Sicherheit: Nulltoleranz, mehr Polizei. Sicherheit könnte aber auch bedeuten, Verhältnisse zu schaffen, in denen die Leute gar nicht auf die Idee kommen, jemanden zu überfallen.

Zwar ist dieses Interview in gewisser Weise etwas spezifisch schweizerisches, man kann die inhaltlichen Aussagen aber auch sehr gut auf deutsche Verhältnisse übertragen. Unbedingt lesen.

Pinkelverbote, Wegweisungen (Platzverweise, Anm. d. Vf.), Alkoholverbote. Das kann doch nicht Sinn und Aufgabe eines Staates in unserer Zeit sein.

Zum Interview “Toleranz wird zum Schimpfwort”

Stille

Da habe ich mich gerade an Twitter gewöhnt und meine Tweets hier in den Blog eingebunden, da muss ich sie auch schon wieder rauswerfen. Twitter ist seit einiger Zeit nicht erreichbar und die Anfrage läuft dadurch ins Leere. Das ist halt einer der großen Nachteile, wenn so viel auf einen nicht offenen Dienst gesetzt wird.

Schwere Gedanken

Ich glaube, ich weiß warum die Deutschen immer dicker werden. Erinnert ihr euch noch an die öffentlichen Waagen, auf denen man sich für 10 Pfennige wiegen konnte? Die standen früher in jedem Bahnhof und an vielen anderen Orten wie Freibädern oder Supermärkten. Irgendjemand hat die abmontiert, damit sich keiner mehr in aller Öffentlichkeit schämen muss.

In geheimer Verschwörungtheoretiker - Tradition frage ich hinter vorgehaltener Hand: Cui bono?

Bild von leralle unter einer Creative Commons Lizenz

Bilderrätsel (1)

Welche Redewendung verbirgt sich in diesem Bild? Antworten bitte in die Kommentare.

Kleinstadtidylle

So manche Metzinger Oma wird sich wohl bei dieser Nachricht die Hände über dem Kopf zusammen geschlagen haben. Letztlich ist es aber nur Teil einer unguten Entwicklung, die auch hier so langsam ankommt.

Zwischen einem 14-Jährigen und dem späteren Opfer kam es am Abend des 19.04.08 auf einem Spielplatz in Metzingen zu einem Wortwechsel, weil sich der 14-Jährige wohl daran störte, dass der 17-Jährigen ihn anschaute. Im anschließenden Gerangel schlug der 14-Jährige dem Anderen mit der Faust ins Gesicht und forderte danach über Handy bei mehreren Kumpels, die sich in der Nähe aufhielten, Verstärkung an. Er und weitere sieben Freunde trafen sich danach bei dem Spielplatz. Nach kurzer Absprache mit seinen Freunden ging der 14-Jährige wieder auf sein Opfer los. Er trat den 17-Jährigen aus vollem Lauf mit dem Fuß ins Gesicht, so dass dieser zu Boden ging. Anschließend schlugen und traten der Angreifer und seine Freunde gemeinsam auf den am Boden liegenden jungen Mann ein.

Erst als jemand rief, dass die Polizei kommt, ließen die Jugendlichen von dem 17-Jährigen ab. Zuvor wurden ihm und den anwesenden Zeugen aber noch für den Fall, dass sie eine Anzeige machen, weitere Schläge angedroht.
Der 17-Jährige trug am gesamten Körper und insbesondere am Kopf schwere Prellungen davon und musste ärztlich behandelt werden.

Quelle: Polizei RT / Hervorhebungen von mir

Schon derbe, wie unsere Kids abgehen. Mit 14 sollte einem unsere Gesellschaft doch anderes zu bieten haben als Gewalt auf dem Spielplatz.

Jello Biafra eats a Burger

Jello Biafra, ehemaliger Leadsinger von den Dead Kennedys, erklärt California uber Alles, den Namen der Band (a slap in the face of the Kennedy family) und vieles mehr. Ach ja, nebenher isst er einen Burger. Mit Käse, glaube ich.

Direkt zum Burger

Creative Commons Musiktipp: Systylé

Seit langem gibt es mal wieder einen Musiktipp von mir, der dank Creative Commons Lizenz für euch komplett kostenfrei und legal zum downloaden ist.

Die französische Band Systylé aus Grenoble spielt Ska der allerfeinsten Sorte mit Einflüssen aus Rock, Funk und Reggae. Französischer Ska ist echt klasse, auch wenn mein Schulfranzösisch nicht ganz ausreicht, die Lieder zu verstehen. Hört einfach selbst rein, die Jungs sind genial!

Das Album zum Lied “J’ai connu des man” gibt es bei Jamendo, die einzelnen Titel könnt ihr euch aber auch direkt auf der Seite von Systylé runterladen (netter Weise auch im freien ogg-Format).