Der Eckpfeiler

Der Kaffee wird schon bitter…

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Vor zwei Wochen habe ich über das Thema Internet-Zensur in Deutschland noch ein wenig herum geblödelt, jetzt wird es ernst. Die DENIC hat gestern anscheinend die Domain wikileaks.de gesperrt bzw. in den Transit-Status gestellt.

Wikileaks ist ein Ende 2006 anonym ins Leben gerufenes Projekt, das nach dem Wiki-Prinzip aufgebaut ist und unzensierbar „für die massenweise und nicht auf den Absender zurückzuführende Veröffentlichung von geheimen Informationen und Analysen” dienen soll. Primäre Ziele sind durch Unterdrückung geprägte Regimes in Asien, den Ländern der ehemaligen Sowjetunion, Schwarzafrika und dem Nahen Osten. Wikileaks will jedoch auch all denen zur Seite stehen, „die unethisches Verhalten in ihren eigenen Regierungen und Unternehmen enthüllen wollen.”

Quelle

Hintergrund (oder vorgeschobener Grund) der Sperrung dürften die dort veröffentlichten australischen Filterlisten sein. Diese wurden von Wikileaks publik gemacht um aufzuzeigen, dass eben doch nicht nur kinderpornografische Inhalte gesperrt werden sollen, sondern eben auch politische Seiten, Seiten mit Filesharing-Links und obskurer Weise sogar die Website eines australischen Zahnarztes. Um den Zugriff auf diese Filterlisten zu  unterbinden, wurde vor kurzem sogar die Wohnung des Inhabers der wikileaks.de-Domain durchsucht.

Damit ist Deutschland neben China das einzige Land, die eine Wikileaks-Domain zensieren. Unterstützen kann man Wikileaks hier.

Weitere Infos:

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8 Kommentare

  1. Mehr als bedenklich stimmend ist diese Aktion … das schürt umso mehr Misstrauen dem Staat und seinen Behörden gegenüber … und dann haben sie auch noch Denic dafür eingespannt ..

  2. Pingback: 63mg

  3. “Er erwirbt seine Legitimation durch die Verwurzelung in und die Anerkennung durch die lokale Internet Community” (Quelle)

    Wurde die Domain jetzt von DENIC gesperrt oder hatte die DENIC den Auftrag bekommen die Domain zu sperren? Auf die Schnelle konnte ich jetzt keine Informationen finden ob die DENIC überhaupt Domains sperren darf oder ob sie Domains sperren muss, sofern es z.B. von einem Richter angeordnet wird.

    Man sollte sich aber jederzeit vor Augen halten das die DENIC ein freiwilliger Verbund von Internet-Anbietern ist, keine absolute Einrichtung der Regierung o.ä. Das Zitat oben zeigt sehr schön das es durchaus möglich wäre das sich in den kommenden Jahren eine Alternative zur DENIC etablieren kann.
    Darüber hinaus scheinen viele Politiker und Journalisten die Technik des Internets komplett auszublenden. Denn eine Domain kann man zwar bei der DENIC registrieren, dadurch wird sie aber noch lange nicht erreichbar. Erreichbar und damit brauchbar wird sie erst dann, wenn sie in den Registern der Nameserver eingetragen ist. Und da taucht dann das Problem im Zusammenhang mit den Sperrlisten auf: Sperrlisten können ja quasi nur auf die öffentlich zugänglichen DNS (Domain-Name-Server) zugreifen und die dort gelisteten Seiten sperren.
    Würde ich nun einen eigenen DNS betreiben, könnte ich damit jede Sperrliste und jede DENIC aushebeln. Ich wäre also mein eigener Registrar und würde selber entscheiden welche Domains zugelassen werden und welche nicht.

    So lange solche “privaten” DNS nur in begrenzten Kreisen genutzt werden, könnte sich damit ein paralleles Internet entwickeln. Würden sich aber “private” und öffentliche DNS vermischen, dann wird es sehr chaotisch.
    Bei mir funktioniert wikileaks.DE übrigens noch. Der Trick ist ganz einfach. Zum Beispiel unter WindowsXP die Datei “hosts” aus “windows/system32/drivers/etc” öffnen. Dort einfach eine neue Zeile hinzufügen: 88.80.13.160 wikileaks.de
    Danach sollten auch die Links auf Webseiten wieder funktionieren.

    Vielleicht kann irgendjemand diesen Polithansels mal ansatzweise erklären das ihre Vorstellung von Internet so nicht der Realität entspricht und das man mit wenigen Handgriffen ihren Bemühungen um Zensur und Sperrungen entkommt.

  4. > Der Trick ist ganz einfach. Zum Beispiel unter WindowsXP die Datei “hosts” aus “windows/system32/drivers/etc” öffnen. Dort einfach eine neue Zeile hinzufügen: 88.80.13.160 wikileaks.de

    Huch, dann sollte jemand der sich damit auskennt einen Patch schreiben und zum Download bereit stellen.

  5. Wie bitte? Einen Patch der an einer reinen Textdatei lediglich einen Zeile anhängt?

    Ich würde niemals einen “Patch” aus dem Internet runter laden der an meinen Systemdateien rumfummelt. Minimales Basiswissen darf man hoffentlich vom heutigen Computerbenutzer erwarten. Dazu zählt m.E. das Erstellen von Sicherungskopien von Dateien, Öffnen und Speichern von Dateien und die Bedienung von Texteditoren.

    Die “richtigen” Einträge in die hotsts-Datei und du landest in Zukunft nur noch auf Spam- und Pr0n-Seiten. Änderungen an der hosts-Datei würde ich also ungerne anderen (fremden) überlassen.

    Klar kann man immer sehr viel fordern. Zum Beispiel ein unzensiertes, freies Internet. Man sollte dann aber auch in der Lage sein etwas dafür zu tun. Wie würde die Welt wohl aussehen wenn immer alle nur darauf warten das jemand anderes die Situation ändert/verbessert?
    Wenn man etwas fordert, sollte man auch bereit sein sich über die Hintergründe zu informieren. In diesen Fall also wie das Internet funktioniert, wer zuständig ist und wer welche Rolle spielt. Dabei denke ich nicht daran das nun jeder gleich weiß wie das HTT-Protokoll (HTTP) aufgebaut ist. Aber Grundwissen sollte schon vorhanden sein. Sich dieses anzueignen dauert geschätzt ungefähr 1 Stunde. Vielleicht mangelt es noch an Webseiten die dieses Grundwissen auf einfache Art vermitteln, in diesen Fall könnte man sich aber mal hinsetzen und mit anderen zusammen solch eine Webseite (Blog? Wiki?) erstellen. Nicht immer nur warten bis es besser wird. Von alleine passiert nämlich nichts.

  6. > Ich würde niemals einen “Patch” aus dem Internet runter laden der an meinen Systemdateien rumfummelt.

    Andere aber schon. Es geht doch darum es für die breite Masse möglichst einfach zu machen.

    > Änderungen an der hosts-Datei würde ich also ungerne anderen (fremden) überlassen.

    Klar, nur kommt es ja darauf an wo man den Patch downloaden kann und von wem er ist.

    War nur so eine Idee.

  7. Nein. Das ist für mich Volksverdummung. Immer alles so einfach wie möglich machen nur damit man sich ja nicht auch nur ansatzweise mit irgend ein Thema auseinander setzen muss. Was kommt als nächstes? Wahl-Service? Jemand geht für dich zur Wahl und nimmt dir den Gang zur Urne ab damit es für die breite Masse so einfach wie möglich ist an der Demokratie teilzunehmen?

    Dann kannst du die Sperrlisten auch als Service der Regierung an den unmündigen Internetsurfer sehen. Die Regierung macht es den Bürgern so einfach wie möglich gefahrlos durchs Internet zu surfen. Sperrlisten sind dann ja quasi der Patch fürs Internet.
    Wer Patches benötigt um selbst einfachste Dinge zu ändern, der wird auch mit Sperrlisten leben können.
    Vielleicht macht sich aber ja auch noch jemand die Mühe und schreibt einen Hosts-Editor. Dann kann man die Datei ganz bequem über eine grafische Bedienoberfläche editieren. Und wer schlau ist, verscherbelt das Programm für 29fuffzich übers Internet und behauptet das man ohne dieses Programm gar nicht mehr ins Internet kann.

    Freiheit ist kein Geschenk das einem vor die Füße fällt.

  8. Pingback: Wikileaks.de Update | Der Eckpfeiler

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