Gestern sah ich die ersten Plakate – New Model Army spielen in der Nähe! Erst konnte ich nicht glauben, dass sie im doch eher kleinen Sudhaus in Tübingen spielen, schließlich habe ich sie die letzten Male immer in größeren Hallen in Stuttgart live gesehen. Doch dann habe ich mich daran erinnert, dass sie irgendwann in den 80ern sogar im Club Thing gespielt haben, der damals in der Metzinger Steffansmühle zuhause war. Heute stehen in der Gegend nur noch Glaspaläste, die Nike, Boss oder andere “Outlets” beherbergen. Aus dem Eigenbedarf der Schreinerei in der Steffansmühle wurde damals in kürzester Zeit ein Laden für Herrenausstattung, aus Subkultur schnelllebige Konsumkultur.
Viele Metzinger begrüßen dieses neue Metzingen, ich finde es langweilig, billig und oberflächlich. Stichwort Gentrification, die “Schwaben” eben. Wenn in ein paar Jahren die Outlet-City ihren Reiz verloren hat, ist die Innenstadt verschandelt und die nicht mehr instand gehaltenen Bauten mit ihren riesigen Glasfassaden werden trauriger wirken als jedes alte, nicht renovierte Stadthaus das zuvor an dieser Stelle stand. Die verstaubten und leeren Fenster der Gebäude werden gespenstischer wirken als jede Ghost Town in den Great Plains, denn in denen hat wenigstens irgendwann jemand gelebt.
Ich werde mich dann noch immer an die tollen Stunden damals im Club Thing in der Reutlinger Straße erinnern. Und dann werde ich mich in den Club Thing setzen, der mittlerweile am Stadtrand zuhause ist, ein Bier trinken und New Model Army hören.
Aber jetzt spielen sie erst mal in der Nähe, nämlich am 12.06. im Sudhaus in Tübingen.
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22. Mai 2009 um 09:48 Uhr
Hach ja, those were the days … NMA muss ich auch noch irgendwo auf der externen Platte haben, gleich mal suchen gehen und mein neues Handy mit laden.
Hier in Bochum wurde die Innenstadt vor ein paar Jahren mit gleich 2 sog. “Galerias” beglückt. Bestückt mit total teuren Läden, deren Waren sich kaum jemand leisten kann – ein Harley Davidson Store war anfangs darunter und einer mit Designer Mobiliar ab 10.000 Euronen aufwärts. Man sah und sieht in den Läden immer nur Vekäuferinnen, die sich langweilen oder aus Verzweiflung Pullis zusammenlegen *g Andere große und vermeintlich prestigeträchtige Immobilien-Objekte stehen schon seit Jahren leer. Inzwischen gibt es immer mehr von diesen Billig-Läden á la Dollar-City oder 1-Euro-Shop. Ich bin ja der Meinung, daß man daran auch den Niedergang einer Stadt beobachten kann.
4. Juni 2009 um 00:11 Uhr
…und ich werd´ dabeisein…bei New Model Army. Meine ganz persönliche Begegnung mit meiner eigenen Jugend.
Und wenn ich sehr schamlos verlinken darf (weil es in Sachen Fabrikverkauf so schön passt):
http://finkployd.blogger.de/stories/1307540/
und
http://finkployd.blogger.de/stories/1215678/
4. Juni 2009 um 17:48 Uhr
Vielleicht sehen wir uns dort ja. Nur schade, dass wir uns höchstwahrscheinlich nicht erkennen werden.
Ein schönes Blog, ich habe mir gleich mal den Feed abonniert. Dafür darf man hier gerne schamlos verlinken.
4. Juni 2009 um 19:48 Uhr
Gallische Dörfer… höhöhö, eine sehr unterhaltsame und aufklärerische Geschichte über das Schwabentum-an-sich, Gorillaschnitzel. (Schade das man bei blogger.de einen Account braucht, um kommentieren zu können)