Maultaschen
Maultaschen sind etwas ganz schwäbisches. Schlau in Nudelteig eingewickeltes und mit Grünzeug getarntes Fleisch, ausgedacht von Mönchen, die auch an Fastentagen Fleisch in zumindest geringen Mengen essen wollten. Darum nennt man sie auch Herrgottsbscheißerle.
In Konstanz hat nun eine seit 16 Jahre in der Spitalstiftung Konstanz arbeitende Altenpflegerin 4 (in Worten: Vier) Maultaschen mit nach Hause genommen und wurde deshalb wegen Diebstahls fristlos gekündigt. Die übrig gebliebenen Maultaschen wären zwar eh im Müll gelandet, aber das Mitnehmen sei unerlaubt.
Ich selber habe lange in Behinderten- und Altenpflegeheimen gearbeitet und kann nur sagen, dass es dort Praxis ist, dass sich die dort arbeitenden PflegerInnen an den Resten bedienen. Aufwändig gekochtes Essen einfach weg zu werfen ist ja schließlich sinnlos, davon ernährt man doch lieber die vorhandenen Zivis/FSJler und der Rest ist frei für die Belegschaft.
Mir scheint es so, als ob da eine teure, weil bereits langjährig angestellte Fachkraft gekündigt werden soll, um weniger “lohnintensive” neue Mitarbeiter einzustellen.
Hey, Spitalstiftung Konstanz, ihr könnt das besser! Ich zitiere zum Abschluß euer Leitbild:
Denn letzten Endes soll jeder Mensch ein Maximum an Lebensfreude genießen können, unabhängig davon, in welcher Situation er sich befindet. Dafür stehen wir mit Kompetenz und Menschlichkeit.
Nehmt es locker. Ganz wie der Herrgott mit den Herrgottbscheißerle. Und klammert (um Gottes Willen) nicht eure Mitarbeiter aus eurem Leitbild aus!
16. Juli 2009 um 07:35 Uhr
Vier Herrgottsbscheißerle, die Spitalstiftung Konstan und eine Küdigung…
Maultaschen sind etwas ganz schwäbisches. Schlau in Nudelteig eingewickeltes und mit Grünzeug getarntes Fleisch, ausgedacht von Mönchen, die auch an Fastentagen Fleisch in zumindest geringen Mengen essen wollten. Darum nennt man sie auch…
16. Juli 2009 um 12:58 Uhr
Was mir heute wichtig erscheint #130…
Alternative: Es gibt Alternativen – vor einigen Tagen erschien die Ausgabe Nr. 69 der Betriebszeitung der “Gruppe alternative” bei Daimler: “Graugießerei und Bremsscheibenbearbeitung wieder im Fadenkreuz der Profitjäger: Grauguß und Bearbeitung …
16. Juli 2009 um 17:51 Uhr
Noch so ein Fall, den ich absolut nicht verstehe: ENTNAHME VON ABFALL
Firma pocht auf fristlose Kündigung eines Müllmanns
Mir scheint, das ewige Gefasel über “human resources” zeigt Wirkung. Mitarbeiter werden von einigen Firmen offenbar wirklich nur noch als Ressource betrachtet, die man nun mal eben leider braucht. Echt schade.
21. Juli 2009 um 11:56 Uhr
Manueller Trackback weil Joomla es immer noch nicht kann.
Die Spitalstiftung Konstanz hat einer Altenpflegerin fristlos gekündigt. Der Grund: Sie hat vier Maultaschen nach Dienstschluß von ihrer Arbeitsstelle mitgenommen, die vom Abendessen übrig geblieben waren und sonst – wie alle anderen Essensreste auch – in der Mülltonne gelandet wären. [...]