Der Eckpfeiler

Behandelt nach der Ernte

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Ganz unbeachtet in den letzten Skandalen rund um ESL-Milch, Analog-Käse und Glibber-Schinken ist meiner Meinung nach die Kartoffel. Unscheinbar, wie sie ist, denkt niemand daran, dass auch sie zum Opfer der Lebensmittelmafia werden könnte. Doch habt ihr schon mal auf das Ettikett geachtet?

Seit einiger Zeit kann man darauf lesen “Nach der Ernte behandelt”. Das heißt, dass sie entweder mit Chlorpropham, Imazalil oder Thiabendazol behandelt sind, allesamt umweltschädliche Chemikalien. Chlorpropham und Imazalil sind (in bestimmter Dosis) sogar gesundheitsschädlich.

Lustig ist, das der Anbaubetrieb nicht einmal angeben muss, mit was die Kartoffel behandelt wurde, sondern nur, dass sie überhaupt behandelt wurde. Das ist zwar immerhin schon mal etwas, aber warum wird darauf nicht viel deutlicher aufmerksam gemacht?

Kartoffeln aus biologischen Anbau dürfen übrigens nicht auf diese Weise haltbar gemacht werden.

Linktipp: Verbraucherzentrale Sachsen zum Thema

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2 Kommentare

  1. Nenne mir mal das Gemüse/Obst aus konventionellen Anbau das nach der Ernte nicht behandelt wurde.

    Angst machen mir weniger die Stoffe die angegeben werden müssen, sondern vielmehr die Stoffe die eben nicht angegeben werden müssen.
    Es gibt eine ganze Reihe systemisch wirkender Insektizide. Systemisch bedeutet, dass Insektizid wird von der Pflanze aufgenommen und wirkt quasi von innen heraus. Werden solche Insektizide verwendet, darf das Gemüse/Obst nicht vor Ablauf einer bestimmten Frist geerntet werden um zu vermeiden das Reste des Insektizids bei der Ernte noch in der Pflanze sind.
    Aber wer garantiert das der Landwirt sich an diese Fristen hält? Wenn für die nächsten 4 Wochen Regen angesagt ist und der Kartoffelroder droht im Acker zu versinken, dann wird halt so lange geerntet wie es noch trocken ist. Ob zu diesen Zeitpunkt die Fristen eingehalten sind oder nicht, dürfte so manchem Landwirt wohl egal sein. Auch haben die wenigsten Landwirte alle nötigen Maschinen noch selber auf dem Hof. Die Ernte wird von Lohnunternehmern durchgeführt. Wenn der sagt der kommt nächste Woche oder gar nicht (weil er ansonsten beim nächsten Bauern erntet), dann dürften die Fristen dem Landwirt ebenfalls egal sein.

    Was lernen wir daraus? Lebensmittel sind keine Discountware. Wer der Meinung ist das 49 Cent für 1 Liter Milch schon zu teuer ist (aber nach dem Besuch beim Discounter ohne schlechtes Gewissen literweise Benzin für 1,40 in den Tank schüttet), der hat es nicht anders verdient als an dem Dreck zu krepieren der sich mittlerweile auf und in jeder konventionell angebauten Pflanze befindet.

  2. Das Gemüse aus dem eigenen Garten!!

    und aus dem Bioladen bei mir um die Ecke

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