Therapy? in der Röhre
Letzten Sonntag war ich auf dem Therapy? Konzert in der Röhre. Nette 17,50 € Eintritt, das ist nicht abgehoben, obwohl die Band in den 90ern und auch Anfang dieses Jahrhunderts durchaus erfolgreich war. Den großen Durchbruch wollten sie glaube ich auch nie, Therapy? ging und geht es um ihre Musik und Texte.
Die beiden Vorbands, “Ampersand” und “Ricky Warwick” waren eher unspektakulär. Ampersand habe ich nach zwei Titeln, die mich beide schwach an Tina Turners “Nutbush City Limits” erinnerten, den Laufpass gegeben und mich mit den anderen vor die Tür zum Rauchen begeben (Rauchverbote bei Konzerten! Püff!).
Ricky Warwick hat mich kurz aufhorchen lassen, immerhin stand er ganz alleine mit seiner Gitarre auf der Bühne und seine Accoustic-Version von Motörheads “Ace of Spades” war ganz gut. Heute hab ich mal nach ihm gegoogled (schreibt man das nun mit t oder d?) und gelesen, dass er mal Gitarrist bei New Model Army war. Daher kannte ich also das Gesicht.
Dann also Therapy?! Hammer! Als erstes hat mich überrascht, wie klein der Bassist und der Sänger/Gitarrist doch sind. Ob das an der Mangelernährung in den letzten Jahrhunderten und der Kontinuität im Genpool der Iren, die ja doch abseits von allem außer GB liegen liegt? ![]()
Egal, ich schweife ab. Jedenfalls haben sie ihre Songs enorm gut rübergebracht, man hat sehen können, wie ihnen ihre technischen Spielereien gefallen haben. Und wieder einmal musste ich an eine alte Freundin denken, die damals, als wir alle irgendwie ein Instrument lernten, gesagt hat, dass es keine Basssolos gibt. Der Therabassist hat das jedenfalls gründlich widerlegt. Hätte ich ihn nur früher gekannt!
Gespielt haben sie Songs quer Beet durch all ihre Alben. Besonders gut gefallen hat mir “Die Like a Motherfucker” (gewidmet allen Rassisten), die enorm rockige Version von “Diane” und “Clowns Gallore”, das der Sänger Gordon Brown gewidmet hat.
Alles in Allem ein genialer Abend mit Therapy? in der Röhre und eines der besten Konzerte, das ich je besucht habe.
Und da ich keine Kamera dabei hatte, gibt es hier das aktuelle Video zum Titelsong des Albums “Crooked Timber”. Der Titel ist frei nach Immanuel Kants These “Out of the crooked timber of humanity, no straight thing was ever made.” interpretiert.
Therapy?—Crooked Timber from Therapy? on Vimeo.
Amazon-Partnerlink zum Albenkauf: Therapy? – Crooked Timber
Update: Auf Setlist.fm gibt es jetzt auch eine – wer ahnt es? – Setlist des Konzerts.

12. November 2009 um 12:27 Uhr
Das heißt “Ace of Spades”, hat ja auch nichts mit “Spaten” zu tun
IMHO die beste Version ist natürlich die hier:
http://www.youtube.com/watch?v=cYJUywl7CFw
12. November 2009 um 12:38 Uhr
Steht ja auch so oben. Aber diese Hayseed Dixies gefallen mir!
12. November 2009 um 12:18 Uhr
Die Hayseed Dixies geben auch zu allen möglichen musikalischen Highlights ihren Senf ab