Der Eckpfeiler

Der freundliche Helfer

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Eigentlich ist ja so eine polizeiliche Personen- und Fahrzeugkontrolle eher etwas belangloses. Aber so einen schalen Beigeschmack hat es irgendwie doch, wenn man so plötzlich mit der “Gewalt” der Staatsmacht konfrontiert wird. Zumindest geht es mir immer so und heute am Nachmittag war es mal wieder soweit.

Ich war mit zwei Freunden auf dem Weg, um für unsere kleine, selbstbetriebene “Kneipe” einzukaufen. Den Kofferraum voller leerer Bierkisten und selbst auf der Rückbank standen noch welche. Die “Kneipe” ist eher ein angemieteter Raum, in dem ein paar Freunde für ihre Freunde eine kleine Theke gebastelt haben.
Jedenfalls fuhren wir die kleine Seitenstraße entlang, die uns mit dem restlichen Metzingen verbindet. Auf der rechten Seite neben der Zufahrt zur Hauptstraße konnten wir schon von weitem die Verkehrskontrolle sehen und beschlossen, aufgrund unserer Ladung einen kleinen Umweg zu machen und nach links abzubiegen. Man weiß ja nie, leere Bierkästen und äußerlich etwas ungewöhnliche jüngere Männer im Dreierpack, das könnte verdächtig wirken. Und hey, kontrolliert wird ja niemand gern.

Egal, ob wir uns gerade deshalb “verdächtig” gemacht haben, jedenfalls wartete 100 Meter weiter schon der nächste Streifenwagen, dessen Fahrer uns herausgewinkt hat. Kurze Zeit später kam auch der erste Streifenwagen an, dessen Besatzung uns kontrollierte. Die Kontrolle ergab natürlich nichts. Weder war das Fahrzeug gestohlen, noch war der Fahrer alkoholisiert oder der Verbandskasten nicht komplett.

Und trotzdem bleibt ein schaler Nachgeschmack der Kontrolle.

Da wird man quasi überrumpelt und alles was von dem Beamten kommt, ist ein “Guten Tag, Fahrzeug- und Personenkontrolle. Führerschein, Personalausweise und Fahrzeugpapiere.” Eine namentliche Vorstellung wäre da schon netter und so viel aufwändiger wäre sie ja auch nicht.
Und dann wartet man minutenlang im Fahrzeuginneren. Rauchen wäre gut, aber jetzt den Tabak auspacken und drehen? Das würde ja geradezu ein Drogenscreening provozieren, oder? Na gut, einer hatte ja Filterzigaretten dabei. Besser ist das, auch wenn keiner Drogen genommen hat, schließlich könnte es ja dadurch länger dauern.

Dann versucht man sich unaufgeregt und doch angespannt über die neuen Kennzeichen der Polizei zu unterhalten, die ja jetzt nicht mehr Kennzeichen des Regierungsbezirks wie z.B. “TÜ – 4554″ zeigen. Stattdessen steht da dann z.B. “BWL 4 – 0815″ . Das BW für Baden-Württemberg steht, ist uns klar. Aber der Rest? Unser tapferer Fahrer ruft den Beamten mit der Kelle heran und fragt ihn höflich “Sagen sie, wofür steht eigentlich das BWL im Kennzeichen ihrer Wagen?” Da antwortet der freundliche Helfer “Jetzt denken sie mal nach, in welchem Bundesland leben sie eigentlich?” Unser Fahrer: “In Baden-Württemberg, aber was…”

“Genau, in Baden – Württemberg.” Sagts und dreht sich um. Und genau diese Attitüde hinterlässt den größten Nachgeschmack dieser 15-minütigen Interaktion. Arroganz, Ignoranz und Machtgehabe statt Höflichkeit ist das Bild, das mir bleibt.

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2 Kommentare

  1. Ich habe ja schon aus beruflichen Gründen öfters mit den Damen&Herren in Grün bzw. Blau zu tun. Es tun sich da eigentlich 3 Kategorien auf.
    Zum einen diejenigen die das mit dem Wald, dem Ruf und dem Schall kennen. Sie sind, so weit es geht, freundlich, auch mal für einen Spaß oder Spruch zu haben und die angenehmste Gruppe. Wenn sie einen schlechten Tag haben, kann ja jeder mal haben, dann merkt man es ihnen an. Jedoch eher in der Form, als das sie förmlicher und kürzer angebunden sind. Macht aber nichts, hindert sie nicht daran sich korrekt zu verhalten.
    Dann gibt es diejenige, die sich irgendwie immer und ausschließlich korrekt verhalten. Weder freundlich noch unfreundlich, schlichtweg sachlich. Sie machen ihre Arbeit und gut.
    Und dann gibt es noch diejenigen, die man offensichtlich aus den Schweinestall rekrutiert hat weil sie bei der Sonderschule nicht angenommen wurden. Doof wie Körnerbrot und arrogant wie King Lui.
    Erschreckend dabei ist nicht das es solche Menschen gibt, sondern die zunehmende Anzahl solcher Pfosten im Polizeidienst. Wenn jemand menschlich ein Arschloch ist, hilft Weihwasser und Wein wohl nichts mehr. Aber die sind zudem auch noch fachlich Vollidioten, was die Lage weiter verschlimmert. So bekommt der Beruf des Polizisten einen immer schlechteren Ruf, was dazu führt das immer weniger fähige Menschen Polizist werden wollen. Ein Teufelskreis.

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