Archiv für die Kategorie '1984'

Taser - Schießen ohne Nachdenken

Es gibt immer mehr Gründe, die mich vor einer möglichen Reise in die USA abschrecken. Nicht dass ich das in der nächsten Zeit überhaupt vorgehabt hätte, die Behörden und Politiker dort sind mir gelinde gesagt viel zu unentspannt. Durchsuchungen von Laptops und Mp3-Playern, Verschleppungen von Einreisenden und viele andere Schikanen und Grausamkeiten haben meinen Wunsch, dieses bestimmt sehr schöne Land mit seinen sicherlich auch ganz netten Menschen kennen zu lernen, kontinuierlich seit dem September vor 7 Jahren schrumpfen lassen.

Was mich eben auch immer wieder erschreckt, ist die Polizeiwillkür der US-Polizisten gegenüber den eigenen Bürgern. Von so einem Beispiel an brutaler Willkür habe ich eben hier gelesen. Da wurde in einem kleinen Städtchen im mittleren Westen der USA, genauer in Ozark (Missouri) ein Junge von Polizisten getasert.

Der Polizeieinsatz fing damit an, dass ein Ehepaar die Notrufnummer 911 wählte, weil ein Junge über eine Highwaybrücke lief und sie Angst hatten, der Junge könnte von einem Auto angefahren werden. Die Zeugen sagten später aus, er hätte zwar etwas durcheinander gewirkt, aber nicht als ob er gleich von der Überführung fallen oder gar springen würde.

Als die Polizei ankam, lag der junge Mann regungslos auf der Seite unterhalb der Brücke.  Der junge Mann namens Mace Hutchinson war kurz zuvor von der ca. 9 Meter hohen Überführung auf den Mittelstreifen der darunter liegenden Straße gestürzt und hatte sich dabei das Rückgrat und ein Bein gebrochen. Als er auf die Aufforderungen der Polizei nicht reagierte und nur wirr vor sich her redete, griffen die Polizisten zu ihrer “nicht tödlichen” Unterwerfungswaffe, dem Taser.

19 Mal wurde der 16jährige mit dem gebrochenem Rückgrat getasert, während stumpf die Aufforderung wiederholt wurde, sich zu erheben und die Hände über den Kopf zu nehmen. Dann endlich kam einer der Polizisten auf die Idee, dass der Junge vielleicht verletzt sei und dass man doch besser den Notarzt holen sollte.
Durch die vielfache Anwendung der Elektroschockwaffe und den damit verbundenen Anstieg an Leukozyten in seinem Blut konnte der junge Mann erst nach zwei Tagen einer lebenswichtigen Operation unterzogen werden. Die am Einsatz beteiligten Polizisten rechtfertigen ihre Handlungen folgendermassen:

Police say although there are several unanswered questions; the reason for the use of a stun gun is not one of them.

“It’s a big concern for the officers to keep this guy out of traffic, to keep him from getting hurt,” said Rousset.

Alles geschah also zum Wohl des Jungen. Wie kalt muss man sein, wie abgestumpft, um so etwas zu erzählen oder zu glauben. Und hey, unsere Polizei ist gerade auch an der Erprobung dieser “nicht tödlichen” Waffe.

Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Diese menschenverachtende und doch verniedlichte Waffe an sich oder deren Einsatz als Allzweckwerkzeug.

1984

Das Bild ist leider nicht von mir, da es aber die Absurdität des derzeitigen Überwachungswahns sehr gut trifft, habe ich es mir geborgt.

Der heisse Stuhl

In der EU, genauer in einem Projekt namens “Security of Aircraft in the Future European Environment” (SAFEE,  Unterstützerliste hier) wird gerade an einem neuen Sicherheitskonzept für Flugzeuge geforscht. Es geht darum, dass zukünftig alle Flugzeugsitze mit Kameras ausgestattet werden sollen, um mögliche Bedrohungen seitens Terroristen automatisch auswerten zu können und gegeben falls Gegenmaßnahmen zu ergreifen.

The European Union’s Security of Aircraft in the Future European Environment (SAFEE) project uses a camera in every passenger’s seat, with six wide-angle cameras to survey the aisles. Software then analyses the footage to detect developing terrorist activity or “air-rage” incidents, by tracking passengers’ facial expressions.

“It looks for running in the cabin, standing near the cockpit for long periods of time, and other predetermined indicators that suggest a developing threat,” says James Ferryman of the University of Reading, UK, one of the system’s developers.

Other behaviours could include a person nervously touching their face, or sweating excessively. One such behaviour won’t trigger the system to alert the crew, only certain combinations of them.
Zitatquelle: newscientist.com

Wie diese Gegenmaßnahmen, die das System automatisch auslösen können soll dann aber aussehen werden, ist scheinbar nicht nur mir noch nicht ganz klar. Ich denke da an Elektroschocks, Giftspritzen oder gleich den finalen Rettungsschuss aus der integrierten Selbstschussanlage. Der Blondine aus Sitz H3 schaut man dagegen nur unter den Rock. Nicht, dass sie dort Waffen versteckt hält…

via boingboing

Einnisten

Einen Nistkasten voll auf der Höhe der Zeit gibt es bei Friesland - exzellente Konsumgüter.

Hilft nicht nur gegen das Artensterben, sondern beruhigt auch ungemein.

via Yigg

Unsubscribe me

Meine Sicherheit ist es nicht wert, solche Methoden anzuwenden. Da mag ich nicht dahinter stehen.

Mehr Infos zum Thema Folter und Verletzung der Menschenrechte gibt es bei Amnesty International. Ich persönlich empfehle außerdem das Buch “Interview mit Guantanamo” von Roger Willemson.

Filmerlaubnis sorgt für Zwietracht

Nachdem die Innenministerkonferenz heute den Weg für die nächste Etappe des großen Lauschangriffs, der nun auch zum Spähangriff wird, frei gemacht hat, stellt sich Konkurrenzdenken ein. Wer hat denn nun die Rechte am gesammelten Material?

Web.derStaat

Sollte sich die Behauptung, dass die deutsche Exekutive quasi eine Standleitung zu den Email-Accounts größerer Anbieter hätte bewahrheiten, wäre das eigentlich schon skandalös, aber letztlich nur ein konsequentes Anwendungsbeispiel geltenden Rechts und vermutlich alltäglich. Zumindest in unserem Staate 1984.

Leider ist es so, dass diese Überwachung schon seit 2002 mit der TKÜV in Kraft getreten ist. Nur fällt es erst jetzt überhaupt jemandem auf, dass damit der Email-Verkehr völlig überwacht werden kann und dass das völlig scheiße ist.

Laut Wikipedia sind folgende Stellen zugriffsberechtigt:

Die Technik muss von den Telekommunikationsanbietern selbst finanziert werden. Vor der Inbetriebnahme der Anlagen ist eine Abnahme der Überwachungsausrüstung durch die Bundesnetzagentur einzuholen. Die Frist zur Einführung der technischen Maßnahmen durch die Telekommunikationsanbieter endete am 31. Dezember 2004.

Anfang 2005 verfügen das Bundeskriminalamt, das Bundesamt für Verfassungsschutz, das Zollkriminalamt, der Generalbundesanwalt sowie einige Landesämter über die notwendige Technik, um die protokollierten Daten abzuspeichern und auszuwerten. Zu den „berechtigten Stellen“ gehören aber auch einfache Polizeipräsidien. Diese können derzeit bei den zuvor genannten, besser ausgerüsteten Stellen um Amtshilfe bei einer Überwachungsmaßnahme bitten.

Eine Überwachungsverfügung, wie sie dem Telekommunikationsanbieter (z. B. dem E-Mail-Provider) des Überwachten zugestellt wird, enthält unter anderem:

  • „berechtigte Stelle“
  • postalische Adresse
  • zu überwachende E-Mail-Adresse
  • Referenznummer
  • vorgeworfene Tatbestände
  • FTP-Server (mit Zugangsdaten) der „berechtigten Stelle“, auf den die gesammelten Daten verschlüsselt übertragen werden (Alternativ können die Daten auch auf CD-R gebrannt und unverschlüsselt per Post verschickt werden.)

Zum Glück ist Verschlüsselung in Deutschland noch erlaubt.

Zypries bekommt Bundestrojaner

Wie Spiegel Online gerade vermeldet, wird derzeit der erste Bundestrojaner prominent an Justizministerin Zypries verliehen. Das Bundeskriminalamt sei seit letzter Woche dabei, die persönlichen PCs der Ministerin in einen “ausspähbaren Zustand” zu versetzen, ließ Innenminister Wolfgang Schäuble verlautbaren. Die PCs seien spätestens bis Montag wieder an Ort und Stelle, dafür verbürge er sich.

Zypries dazu:

Oh Schreck! Aber ich fühle mich gleich viel sicherer, jetzt wo etwas gegen den Terrorismus getan wird. Moment mal…

Brrr

Man muss nur ab und zu Boing Boing lesen, um voraussehen zu können, was bei uns in 1-2 Jahren so abgehen wird.

Mickey

Assholes nowadays look like Mickey Mouse. In hightech and modern warfare.

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