Sinead’s Hand
Um Werbung im ganz klassischem Sinn geht es in diesem irischen Werbespot. Der nette, etwas aufgeregte junge Mann möchte um die Hand seiner großen Liebe anhalten.
Um Werbung im ganz klassischem Sinn geht es in diesem irischen Werbespot. Der nette, etwas aufgeregte junge Mann möchte um die Hand seiner großen Liebe anhalten.
Gisela Friedrichsen ist “Gerichtsreporterin” für Spiegel Online und hat in ihrem Bericht über den “Ehrenmord”-Prozess diesen meiner Meinung nach gar scheußlichen Satz verschrubbselt:
Manche Zuwanderer unterwerfen sich problemlos dem westlichen Lebensstil, sie genießen Frieden und Freiheit und sind dankbar dafür.
Denn Rest gibt es hier zu lesen. Beachtenswert ist auch die Schlussfolgerung, die Frau Friedrichsen zieht.
Das Gezeter und Geschrei um den vermeintlichen Wilhelm ist zur Zeit recht groß. Dabei gibt es den Wilhelmsschrei doch schon ewig, auch schon vor der aktuellen Wirtschaftskrise und dem Postengeschacher in der CSU. Und irgendwie ist er ja auch der passende Soundtrack zu der ganzen Wikipedia – Medien – Wikipedia Geschichte.
Oder um es mit Tomte zu sagen: Wilhelm, das war nichts
Ein Interview mit Tobias Huch, einem Unternehmer, der seit zwei Jahren Zugriff auf die 17 Millionen geklauten Datensätze von T-Mobile hatte, gibt es bei der taz zu lesen.
Was wäre das Datenpaket auf dem Markt wert gewesen?
Wenn sich jemand geschickt anstellt, kann er daraus binnen eines Jahres 50 Millionen Euro Gewinn ziehen.
Zwei Jahre später haben Sie sich dann an Justiministerin Zypries gewandt. Wie kam das?
Wir saßen zufällig im gleichen Flugzeug, ich erkannte sie und sprach sie dann beim Aussteigen an.
Und wie hat sie reagiert?
Sie war sehr interessiert. Das war ja die Zeit, als es mit den Datenskandalen gerade losging. Ich sagte, dass ich Ihr auch eine SMS schicken könne, schließlich hatte ich ihre Mobilnummer auch im Computer. Das fand sie, glaube ich, ganz witzig.
Wie viele Kunden hat T-Mobile eigentlich?
In München hat am Montag ein 70-jähriger Mann ein 13-jähriges Mädchen gegen eine gerade einfahrende U-Bahn geschubst. Das Mädchen hatte Glück im Unglück und erlitt dabei und durch den Rückprall auf den Bahnsteig zum Glück nur einen Bluterguss an der Stirn sowie Schürfwunden an den Händen. Wäre das Mädchen zwischen einen der Waggons gefallen, hätte weitaus schlimmeres passieren können.
An sich eine Nachricht, die ich als nicht sonderlich spektakulär empfinde. Gewalt passiert jeden Tag, überall auf der Welt, kaltblütiger ausgeführt und mit weitaus schlimmeren Folgen für die Betroffenen. Was diese Nachricht dennoch wichtig für mich macht, ist der ausbleibende Aufschrei in den Medien und von Seiten der Politik, der vor Betroffenheit nur so trieft.
Bei ähnlichen Zwischenfällen in der letzten Zeit wurde von den Massenmedien gleich nach “Höchststrafe!” “Ausweisen!” oder Schlimmeren gerufen. Auch die Politik sprang dankbar auf diese Masche an und schlachtete sie wahlkampftauglich aus. Allerdings war der Täter in diesen Fällen ja zumeist auch ein junger Mann mit Migrationshintergrund, kein Münchner Rentner.
Eigentlich müssten Bild, Spiegel Online und Konsorten jetzt heißer Dinge wie “Ab in die Gerontopsychiatrie!” fordern, während die ganze Riege berufsbetroffener Politiker wie Roland Koch oder Wolfgang Schäuble von Talkshow zu Talkshow tingeln um zu erörtern, das Multi-Kulti die Integration von alten Menschen in unsere Gesellschaft gescheitert ist und deshalb unbedingt mehr Kameras auf öffentlichen Plätzen installiert werden müssen.
Zum Glück scheint dieses Spektakel dieses Mal aus zubleiben. Ob man da Angst vor einer Abstrafung aus der eigenen Zielgruppe/Wählerschaft hat? Ich glaube es fast.
Ein paar vernünftige, eigenproduzierte Sendungen gibt es im öffentlich rechtlichen Fernsehen ja noch. Ich denke da an “Neues” mit der bezaubernden Yve Fehring auf 3sat, “c’t TV” mit Schnurer und Münch, das “Nachtstudio” mit Volker Panzer, “Monitor” mit Sonia Mikich und “Panorama” mit Anja Reschke.
Und eben Polylux, das satirisch-aktuelle-non-plus-ultra Szenemagazin. Das jetzt gestrichen werden soll, weil der RBB scheinbar nicht genug Geld dafür hat. Haha.
Zum kotzen. Obwohl, ohne ÖR-Beschränkungen kann Polylux nur besser werden. Wir werden sehen.