Tag-Archiv für 'Angst'

Taser - Schießen ohne Nachdenken

Es gibt immer mehr Gründe, die mich vor einer möglichen Reise in die USA abschrecken. Nicht dass ich das in der nächsten Zeit überhaupt vorgehabt hätte, die Behörden und Politiker dort sind mir gelinde gesagt viel zu unentspannt. Durchsuchungen von Laptops und Mp3-Playern, Verschleppungen von Einreisenden und viele andere Schikanen und Grausamkeiten haben meinen Wunsch, dieses bestimmt sehr schöne Land mit seinen sicherlich auch ganz netten Menschen kennen zu lernen, kontinuierlich seit dem September vor 7 Jahren schrumpfen lassen.

Was mich eben auch immer wieder erschreckt, ist die Polizeiwillkür der US-Polizisten gegenüber den eigenen Bürgern. Von so einem Beispiel an brutaler Willkür habe ich eben hier gelesen. Da wurde in einem kleinen Städtchen im mittleren Westen der USA, genauer in Ozark (Missouri) ein Junge von Polizisten getasert.

Der Polizeieinsatz fing damit an, dass ein Ehepaar die Notrufnummer 911 wählte, weil ein Junge über eine Highwaybrücke lief und sie Angst hatten, der Junge könnte von einem Auto angefahren werden. Die Zeugen sagten später aus, er hätte zwar etwas durcheinander gewirkt, aber nicht als ob er gleich von der Überführung fallen oder gar springen würde.

Als die Polizei ankam, lag der junge Mann regungslos auf der Seite unterhalb der Brücke.  Der junge Mann namens Mace Hutchinson war kurz zuvor von der ca. 9 Meter hohen Überführung auf den Mittelstreifen der darunter liegenden Straße gestürzt und hatte sich dabei das Rückgrat und ein Bein gebrochen. Als er auf die Aufforderungen der Polizei nicht reagierte und nur wirr vor sich her redete, griffen die Polizisten zu ihrer “nicht tödlichen” Unterwerfungswaffe, dem Taser.

19 Mal wurde der 16jährige mit dem gebrochenem Rückgrat getasert, während stumpf die Aufforderung wiederholt wurde, sich zu erheben und die Hände über den Kopf zu nehmen. Dann endlich kam einer der Polizisten auf die Idee, dass der Junge vielleicht verletzt sei und dass man doch besser den Notarzt holen sollte.
Durch die vielfache Anwendung der Elektroschockwaffe und den damit verbundenen Anstieg an Leukozyten in seinem Blut konnte der junge Mann erst nach zwei Tagen einer lebenswichtigen Operation unterzogen werden. Die am Einsatz beteiligten Polizisten rechtfertigen ihre Handlungen folgendermassen:

Police say although there are several unanswered questions; the reason for the use of a stun gun is not one of them.

“It’s a big concern for the officers to keep this guy out of traffic, to keep him from getting hurt,” said Rousset.

Alles geschah also zum Wohl des Jungen. Wie kalt muss man sein, wie abgestumpft, um so etwas zu erzählen oder zu glauben. Und hey, unsere Polizei ist gerade auch an der Erprobung dieser “nicht tödlichen” Waffe.

Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Diese menschenverachtende und doch verniedlichte Waffe an sich oder deren Einsatz als Allzweckwerkzeug.

Escape of the Robot Servants

Pressemitteilung der Polizei Stuttgart:

Einem 45 Jahre alten Autofahrer ist am Dienstag (15.07.2008) gegen 13.00 Uhr auf der Schmale Straße ein Putzroboter entgegengekommen.
Er hielt sofort sein Fahrzeug an, fing den Roboter ein und setzte ihn außer Betrieb. Gleichzeitig kamen vier Polizisten hinzu, die ebenfalls versucht hatten, den Roboter stoppen. Ermittlungen in der näheren Umgebung führten zu einem Geschäft in der Schmale Straße.
Hier war der Roboter mit Staubsaugen beschäftigt, bevor er das Geschäft über die Eingangstür verließ und auf Entdeckungsreise ging. Normalerweise wird der zirka 30 Zentimeter im Durchmesser und 10 Zentimeter große Putzroboter durch eine batteriebetriebene Lichtschranke von solchen Ausflügen abgehalten. Diese scheint am heutigen Tag ihren Dienst aufgegeben zu haben.

Was für ne Story! :-D

Selbstbewusstsein gegen Angst

Die Sendung Nano auf 3Sat hat gestern einen interessanten Bericht über die Angstkette, die seit den Anschlägen des 11. Septembers 2001 entstanden ist, gezeigt.

Unsere Regierung und die Regierungen anderer Länder sollten also eher unser bürgerliches Selbstbewusstsein stärken, anstatt durch immer tiefgreifendere Kontrollmaßnahmen Angst zu verursachen.

Aber Angst ist einfacher als Hoffnung.