Erstmals seit 63 Jahren führt Deutschland wieder eine gute alte militärische Tradition ein: Militäreinsätze im Inneren.
Die Demokratie muss mit allen Mitteln verteidigt werden.
Bundeswehr. Damit sie sich sicher fühlen.
Das voll geile Horror-Kuschel-Blog
Erstmals seit 63 Jahren führt Deutschland wieder eine gute alte militärische Tradition ein: Militäreinsätze im Inneren.
Die Demokratie muss mit allen Mitteln verteidigt werden.
Bundeswehr. Damit sie sich sicher fühlen.
Es gibt immer mehr Gründe, die mich vor einer möglichen Reise in die USA abschrecken. Nicht dass ich das in der nächsten Zeit überhaupt vorgehabt hätte, die Behörden und Politiker dort sind mir gelinde gesagt viel zu unentspannt. Durchsuchungen von Laptops und Mp3-Playern, Verschleppungen von Einreisenden und viele andere Schikanen und Grausamkeiten haben meinen Wunsch, dieses bestimmt sehr schöne Land mit seinen sicherlich auch ganz netten Menschen kennen zu lernen, kontinuierlich seit dem September vor 7 Jahren schrumpfen lassen.
Was mich eben auch immer wieder erschreckt, ist die Polizeiwillkür der US-Polizisten gegenüber den eigenen Bürgern. Von so einem Beispiel an brutaler Willkür habe ich eben hier gelesen. Da wurde in einem kleinen Städtchen im mittleren Westen der USA, genauer in Ozark (Missouri) ein Junge von Polizisten getasert.
Der Polizeieinsatz fing damit an, dass ein Ehepaar die Notrufnummer 911 wählte, weil ein Junge über eine Highwaybrücke lief und sie Angst hatten, der Junge könnte von einem Auto angefahren werden. Die Zeugen sagten später aus, er hätte zwar etwas durcheinander gewirkt, aber nicht als ob er gleich von der Überführung fallen oder gar springen würde.
Als die Polizei ankam, lag der junge Mann regungslos auf der Seite unterhalb der Brücke. Der junge Mann namens Mace Hutchinson war kurz zuvor von der ca. 9 Meter hohen Überführung auf den Mittelstreifen der darunter liegenden Straße gestürzt und hatte sich dabei das Rückgrat und ein Bein gebrochen. Als er auf die Aufforderungen der Polizei nicht reagierte und nur wirr vor sich her redete, griffen die Polizisten zu ihrer “nicht tödlichen” Unterwerfungswaffe, dem Taser.
19 Mal wurde der 16jährige mit dem gebrochenem Rückgrat getasert, während stumpf die Aufforderung wiederholt wurde, sich zu erheben und die Hände über den Kopf zu nehmen. Dann endlich kam einer der Polizisten auf die Idee, dass der Junge vielleicht verletzt sei und dass man doch besser den Notarzt holen sollte.
Durch die vielfache Anwendung der Elektroschockwaffe und den damit verbundenen Anstieg an Leukozyten in seinem Blut konnte der junge Mann erst nach zwei Tagen einer lebenswichtigen Operation unterzogen werden. Die am Einsatz beteiligten Polizisten rechtfertigen ihre Handlungen folgendermassen:
Police say although there are several unanswered questions; the reason for the use of a stun gun is not one of them.
“It’s a big concern for the officers to keep this guy out of traffic, to keep him from getting hurt,” said Rousset.
Alles geschah also zum Wohl des Jungen. Wie kalt muss man sein, wie abgestumpft, um so etwas zu erzählen oder zu glauben. Und hey, unsere Polizei ist gerade auch an der Erprobung dieser “nicht tödlichen” Waffe.
Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Diese menschenverachtende und doch verniedlichte Waffe an sich oder deren Einsatz als Allzweckwerkzeug.
Pressemitteilung der Polizei Stuttgart:
Einem 45 Jahre alten Autofahrer ist am Dienstag (15.07.2008) gegen 13.00 Uhr auf der Schmale Straße ein Putzroboter entgegengekommen.
Er hielt sofort sein Fahrzeug an, fing den Roboter ein und setzte ihn außer Betrieb. Gleichzeitig kamen vier Polizisten hinzu, die ebenfalls versucht hatten, den Roboter stoppen. Ermittlungen in der näheren Umgebung führten zu einem Geschäft in der Schmale Straße.
Hier war der Roboter mit Staubsaugen beschäftigt, bevor er das Geschäft über die Eingangstür verließ und auf Entdeckungsreise ging. Normalerweise wird der zirka 30 Zentimeter im Durchmesser und 10 Zentimeter große Putzroboter durch eine batteriebetriebene Lichtschranke von solchen Ausflügen abgehalten. Diese scheint am heutigen Tag ihren Dienst aufgegeben zu haben.
Was für ne Story! ![]()
Was wurde nicht alles schon von den selbsternannten Bewahrern unserer Gesellschaft als Vernichter der Zivilisation gegeißelt. Rockmusik führe zu Rowdytum, Heavy Metal zum Satanskult, Horror- und Actionfilme lassen Jugendliche scheinbar abstumpfen und verrohen. Besonders aktuell ist derzeit die Debatte, ob sogenannte “Killerspiele” Jugendliche aggressiv werden lassen und ihre Hemmungen, andere Menschen körperlich zu verletzen, abbauen könnte.
Jedenfalls wurden im Laufe der Jahrhunderte jede Menge abstruser Zusammenhänge hergestellt, für die es nie einen wissenschaftlichen Beweis gab, die allgemein hin aber trotzdem als gültig zählen. Opfer dieser Stammtischweisheiten sind dabei meist die Jugendlichen, deren Lieblingsfreizeitbeschäftigung von der älteren Generation schlicht nicht verstanden wird. Und wenn man etwas nicht kennt und versteht, ist es in den Augen vieler schlecht wenn nicht gar gefährlich. Ähnlich funktioniert meiner Meinung nach auch Fremdenfeindlichkeit oder Homophobie.
Was mich diesen Text schreiben lässt, ist folgende Pressemeldung der Polizei Reutlingen, die ich hier in Stücken wiedergebe:
Mit Peitsche zugeschlagen
Ein 58-jähriger Pfullinger hat am Freitagmorgen, gegen 07.00 Uhr, vor einem Supermarkt in der Max-Eyth-Straße einen 68-jährigen Reutlinger mit einer Peitsche verletzt.
Beide Männer warteten vor der Eingangstür des Supermarkts bis geöffnet wird. Weil es dem Pfullinger offensichtlich zu lange dauerte, schlug er mit der Faust mehrmals gegen die Tür, weshalb ihn der Reutlinger zur Rede stellte. Der Beschuldigte nahm darauf eine Lederpeitsche, die er um den Hals hängen hatte und schlug damit mehrfach auf sein Opfer ein. Als sich der 68-Jährige zur Wehr setzte, entstand eine wilde Rauferei, bei der beide Kontrahenten zu Boden fielen. Dabei brach sich der 68-Jährige den rechten Daumen. Außerdem trug er durch die Peitschenhiebe Verletzungen im Gesicht, am Körper und an den Armen davon. Er wurde vom Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und dort ambulant behandelt.
Soweit, so skurril. Was mich allerdings (augenzwinkernd) wundert, ist die fehlende Frage nach einem Zusammenhang zum aktuellen Holywoodfilm “Indiana Jones” IV. Wären Täter und Opfer Jugendliche gewesen, würde diese Frage sicher längst im Raum stehen. So aber ist es eben nur ein schrulliger Alter, der eben zufällig eine Peitsche um den Hals hängen hatte.
Seit etwa vier Tagen fährt rast nun schon jeden Nachmittag zwischen 16.30 Uhr und 17 Uhr ein Polizeiwagen mit Blaulicht und Sirene die nahe gelegene Bundesstraße entlang. Immer in die gleiche Richtung.
Sind die Verbrecher nun pünktlich geworden? Oder gibt es in Nürtingen um die Zeit eine Pizza-Happy-Hour?
Man stelle sich vor, die weltliche Gerichtsbarkeit in Form eines mittelalterlichen Vogts, also einem Vertreter der Obrigkeit, erfährt von einem Verbrechen gegen das Urheberrecht Christentum. Bauer Hans hat scheinbar illegal Musik aus dem Internet heruntergeladen mit den Hexen auf dem Blocksberg getanzt, munkelt man im Dorfe. Der Vogt reitet nun mit seinen Männern bei Bauer Hans vor, umstellt das Haus und setzt den ohnehin schon von hohem Pachtzins geplagten Hans fest.
Die ärmliche Kate wird von den Männern des Vogts durchsucht, die nichts finden außer ein paar Schriftrollen. Anstatt nun den Schreiber des Grafen zu befragen, der des Alphabets mächtig ist und rasch den Ausnahme-Bauern Hans entlasten könnte, da es sich bei den Schriftstücken einzig um harmlose Anmerkungen zu Lieferungen an den Müller handelt, wird nun ein Inquisitor bestellt.
Dem erscheint schon mal verdächtig, dass Bauer Hans überhaupt schreiben kann. Und hat er überhaupt korrekt den Zehnt an das nahe liegende Dominikaner-Kloster gezahlt? Aus den Schriftstücken geht hervor, dass alles seine gottgegebene Ordnung hat. Doch so einfach ist der Pater nicht zufriedengestellt. Auch wenn man Bauer Hans eigentlich nichts anlasten kann, wird ein Verfahren wegen Diebstahl geistigen Eigentums Ketzerei angestrengt und der arme Bauer wird auf dem Scheiterhaufen verbrannt. Die Beweise kennt schließlich keiner außer der Musikindustrie Inquisition selbst.
Warum die Inquisition so etwas machen sollte?
Um euch vor den Sünden der Gotteslästerung zu bewahren! Denn schließlich muss es hin und wieder ein Beispiel geben, was mit denen passiert, die urheberrechtlich geschützte Software, Musik oder Filme ketzerische Gedanken verbreiten. Auch wenn es vielleicht Unschuldige trifft.
Und da sage noch einer, wir hätten das finstere Mittelalter überwunden.
Gesagt