Sep 22 2008

Kapitalismus poor

In den USA gehen viele Leute zur Zeit pleite, weil sie ihrer Bank geglaubt haben. “Kauf dir ein Auto, kauf dir ein Haus – zahl später!” Vor kurzem lösten diese Banken fix ihre Kreditverträge auf und die betroffenen Menschen müssen ihre Häuser räumen. In vielen größeren Städten der USA gibt es bereits Zelt-Camps von Menschen, die Opfer der Hypothekenkrise wurden. Sie leben seit Monaten ohne Wasserversorgung oder sanitären Anlagen und ernähren sich von $1-Menus großer Fastfoodketten. Hilfe von staatlicher Seite gibt es nicht oder kaum.

In den USA gehen zur Zeit viele große Banken pleite, weil sie in Luftblasen spekulierten. Der Schaden beträgt Milliarden und Abermilliarden von Dollar und wird von Tag zu Tag höher. Dennoch machen skrupellose Menschen noch an den Verlusten Gewinn. Der Schaden ist da und der US-amerikanische Staat pumpt eine kaum erfassbare, unglaubliche Summe von 700 Milliarden Dollar in den hohlen Markt. Und das ohne jede Garantie, das Geld jemals zurück zu bekommen.

Verluste großer Firmen sind vom Staat versichert, während die Einwohner der USA im Fall der persönlichen Pleite einfach obdachlos werden und keinerlei Ansprüche haben. Wollen wir das in Deutschland auch so haben?


Aug 18 2008

Taser – Schießen ohne Nachdenken

Es gibt immer mehr Gründe, die mich vor einer möglichen Reise in die USA abschrecken. Nicht dass ich das in der nächsten Zeit überhaupt vorgehabt hätte, die Behörden und Politiker dort sind mir gelinde gesagt viel zu unentspannt. Durchsuchungen von Laptops und Mp3-Playern, Verschleppungen von Einreisenden und viele andere Schikanen und Grausamkeiten haben meinen Wunsch, dieses bestimmt sehr schöne Land mit seinen sicherlich auch ganz netten Menschen kennen zu lernen, kontinuierlich seit dem September vor 7 Jahren schrumpfen lassen.

Was mich eben auch immer wieder erschreckt, ist die Polizeiwillkür der US-Polizisten gegenüber den eigenen Bürgern. Von so einem Beispiel an brutaler Willkür habe ich eben hier gelesen. Da wurde in einem kleinen Städtchen im mittleren Westen der USA, genauer in Ozark (Missouri) ein Junge von Polizisten getasert.

Der Polizeieinsatz fing damit an, dass ein Ehepaar die Notrufnummer 911 wählte, weil ein Junge über eine Highwaybrücke lief und sie Angst hatten, der Junge könnte von einem Auto angefahren werden. Die Zeugen sagten später aus, er hätte zwar etwas durcheinander gewirkt, aber nicht als ob er gleich von der Überführung fallen oder gar springen würde.

Als die Polizei ankam, lag der junge Mann regungslos auf der Seite unterhalb der Brücke.  Der junge Mann namens Mace Hutchinson war kurz zuvor von der ca. 9 Meter hohen Überführung auf den Mittelstreifen der darunter liegenden Straße gestürzt und hatte sich dabei das Rückgrat und ein Bein gebrochen. Als er auf die Aufforderungen der Polizei nicht reagierte und nur wirr vor sich her redete, griffen die Polizisten zu ihrer “nicht tödlichen” Unterwerfungswaffe, dem Taser.

19 Mal wurde der 16jährige mit dem gebrochenem Rückgrat getasert, während stumpf die Aufforderung wiederholt wurde, sich zu erheben und die Hände über den Kopf zu nehmen. Dann endlich kam einer der Polizisten auf die Idee, dass der Junge vielleicht verletzt sei und dass man doch besser den Notarzt holen sollte.
Durch die vielfache Anwendung der Elektroschockwaffe und den damit verbundenen Anstieg an Leukozyten in seinem Blut konnte der junge Mann erst nach zwei Tagen einer lebenswichtigen Operation unterzogen werden. Die am Einsatz beteiligten Polizisten rechtfertigen ihre Handlungen folgendermassen:

Police say although there are several unanswered questions; the reason for the use of a stun gun is not one of them.

“It’s a big concern for the officers to keep this guy out of traffic, to keep him from getting hurt,” said Rousset.

Alles geschah also zum Wohl des Jungen. Wie kalt muss man sein, wie abgestumpft, um so etwas zu erzählen oder zu glauben. Und hey, unsere Polizei ist gerade auch an der Erprobung dieser “nicht tödlichen” Waffe.

Ich weiß nicht, was mich mehr ärgert: Diese menschenverachtende und doch verniedlichte Waffe an sich oder deren Einsatz als Allzweckwerkzeug.


Aug 4 2008

Warum ich Berlin nicht mag

Städte-Bashing ist ja zur Zeit schwer im Trend. Ich glaube, das macht sogar ziemlich Spaß und ist vor allem unterhaltsam. Also genau das, was wir hier in der langweiligen schwäbischen Provinz brauchen. Hier also ein paar Dinge, wegen denen ich Berlin nicht mag.

Bild: World Economic Forum (<a href=

Seltsame Leute. Quasi die selbe Crew, die früher Bonn unerträglich gemacht hat, tut dies heute in Berlin. Die Berliner finden es toll und überreichen ihnen ihre neue Behausung sogar als Geschenk.
Das sie ein paar Jahre später vor der Hütte nicht mehr machen können, was sie wollen, war bestimmt einkalkuliert.

Bild: dr.jazz (<a href=

Seltsamer Humor. Fühünhühünhühnnn. Das war aber lustig. Berlin scheint es zu mögen.

Foto: WordRidden (

Seltsame Getränke. “Bier” mit Waldmeister- oder Himbeerzusatz, getrunken mit Röhrchen aus einer Dessertschüssel. Brr…lin!

Bild: Mesq (<a href=

Seltsamer Hass. Schwaben sind mitunter die nettesten Menschen des Universums. Der ungesellige Berliner kann sie nicht ab.

Bild: muckster (<a href=

Seltsame Bezeichnungen. Alle Welt nennt einen Berliner einen Berliner, nur Berliner nennen sie Pfannkuchen.

Seltsames Volk.


Jun 7 2008

Zitat des Tages

Eigentlich bin ich nicht so sehr ein Freund der FDP. Aber wenn jemand recht hat, hat er nun mal Recht.

“Ob jemand in der Gewerkschaft ist oder nicht, ob jemand eine Frau liebt oder einen Mann – das geht den Staat nichts an. Und das darf der Staat erst recht nicht an andere Staaten übermitteln. Die Mitgliederverzeichnisse der Gewerkschaften sind für Wolfgang Schäuble tabu – und das Gleiche gilt für George Bush.”

FDP-Innenexpertin Gisela Piltz zu den Plänen des Bundeskabinett, bei Flügen in die USA persönliche Daten wie sexuelle Orientierung und Gewerkschaftszugehörigkeit an die dortigen Behörden zu schicken.

Wie diese Daten überhaupt erst gesammelt werden sollen, geht aus dem Bericht auf golem.de leider nicht hervor. (Bei-)Schläfer des BKA?


Feb 6 2008

Super Tuesday – in Österreich?

Zoom-Objektive sind toll. Man kann sich Sachen näher holen und so mehr Detail in ein Bild bringen. Manchmal wünschte ich, ich hätte eine Kamera, mit der ich das Objektiv wechseln kann. Man ist einfach flexibler damit und kann bessere Bilder machen.

Nur manchmal, da frage ich mich: Muss das sein? Musste der Fotograf da mit seinem hoch professionellen, tausende Euro teuren Zoom-Objektiv so sehr hineinzoomen? Ja wo sind wir denn? In Österreich?

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